Stolperstein für Felix Loewy

Der Stolperstein wurde am 18. September 2020 vor unseren Räumlichkeiten in der Schierker Straße 26 zum Gedenken an Felix Loewy verlegt. Vorangegangen war eine monatelange Recherche zu seinem Lebens- und Leidensweg. Obwohl einer scheinbar erfolgreichen Kaufmanns-Familie entstammend, zog es ihn ins pulsierende Berlin. Hier war er auch unter dem Verfolgungsdruck des Nationalsozialismus wirtschaftlich wenig erfolgreich. Er erkrankte anscheinend anschließend soweit, dass er keine Arbeit ausführen konnte.

Der im damaligen Danzig geborene Loewy wurde daraufhin 1938 als sogenannter „Asozialer“ verhaftet und zusammen mit Tausenden Anderen nach Buchenwald deportiert. Das Konzentrationslager war auf diese Vielzahl von Inhaftierten in keiner Weise vorbereitet, so dass sich die Lebensbedingungen stetig verschlechterten.

Stolperstein für Felix Loewy am 18. September 2020
Gedenken zur Verlegung des Stolpersteins für Felix Loewy am 18. September 2020

„Asozialität“ wurde als Fremdzuschreibung und auf Felix Loewy angewandt. Das herrschende Denken im Nationalsozialismus sah für ihn daraufhin keinen Wert mehr für die „Volksgemeinschaft“. Loewys Geschichte sowie die Geschichte des Menschen hinter dem Stolperstein, sind als Kurzbiographie bei der Koordinierungsstelle der Stolpersteine hinterlegt.

In Gedenken an Felix Loewy haben wir, zusammen mit der Hausgemeinschaft der Schierker Straße 26, eine Ausstellung und eine Gedenkbroschüre konzipiert. Um die kritische Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe in der Bewertung von sogenannter „Asozialität“ und „Arbeitsscheue“ zu unterstützen, sind beide öffentlich zugänglich. Denn auch heute werden Menschen oft nach ihrem vermeintlichen „Wert“ für die Gesellschaft behandelt und danach bewertet, ob ihr Verhalten dem der „Mehrheit“ entspricht. Viel zu oft werden diese Menschen als „asozial“ gekennzeichnet, wie es Jahrzehnte zuvor auch Felix Loewy traf:

Gedenkbroschüre (PDF, 13.1 MB)

Ausstellungstafeln (PDF, 4.9 MB)